Für die Vorzeige-Nationalparkregion muss das Land verstärktes Augenmerk auf den ÖPNV legen. Sowohl für die touristische Erschließung unserer Region als auch für die Bürgerinnen und Bürger ist das ein wesentlicher Punkt. Um die Attraktivität des ländlichen Raums zu erhöhen muss man als Land auch Gelder für einen stimmigen ÖPNV bereitstellen, unabhängig von der anfänglichen Wirtschaftlichkeit. Aufbau geht nur über Investition! Als Randbemerkung erinnere ich an das Raumordnungsgesetz, das sinngemäß besagt, dass im ländlichen Raum gegenüber den Ballungsräumen gleichwertige Lebensbedingungen herrschen müssen. Davon ist der ÖPNV in unserem Kreis noch weit entfernt.

Wir sind an der Nahtstelle von mehreren Verkehrsverbünden, was es umso schwieriger macht, den ÖPNV in der Region zu entwickeln. Wir brauchen ein Länder- und Regionen übergreifendes ÖPNV-Konzept. Hier muss über den Tellerrand hinaus neu gedacht und gehandelt werden. Es beginnt bereits damit, dass innerhalb des Kreises die Ausschreibungen noch nicht parallel aus einem Guss erfolgen. Hier erwarte ich auch, dass wir die gleiche barrierefreie Ausstattung der Fahrzeuge (Niederflurbusse) wie im städtischen Raum einsetzen werden.

Elektromobilität ist nur eine der technologischen Entwicklungen, die ich mit großem Interesse und hoher Innovationsbereitschaft verfolge.  Als umweltfreundliche und ressourcenschonende Alternative ist ebenfalls die Wasserstoffmobilität auf dem Vormarsch. Beide Systeme haben unterschiedliche Nutzungsprofile und werden sich nach meiner Meinung vorerst parallel durchsetzen. Lastwagen, Busse, auch Lokomotiven können künftig mit Wasserstoffbrennstoffzellen betrieben werden. Speziell bei Lastwagen setzt das Gewicht der nötigen Batterien die Grenzen.  Bei leichteren Fahrzeugen könnten sich Batterien durchsetzen, wobei der Nachteil von Batterien ganz klar bei der Rohstoffbeschaffung und der Importabhängigkeit liegt. Windkraft kann zukünftig dazu genutzt werden, Wasserstoff nahezu umweltneutral zu produzieren, womit dann die Diskussionen um Sinnhaftigkeit und fehlende Speicherkapazitäten von Windrädern keine Substanz mehr haben werden. Wir müssen dafür sorgen, dass kurzfristig und bedarfsgerecht Tankplätze für Elektro- als auch für Wasserstoff-Mobilität flächendeckend im Landkreis zur Verfügung stehen.

Innovative Projekte wie Bürgerbusse, Bürgerautos werden mit mir als Landrat vorangetrieben. Wenn wir dabei technologisch experimentierfreudig sein wollen, fördern wir damit die Weiterentwicklung der Antriebstechnologien. Vermutlich schon in der ersten Amtszeit des neuen Landrats wird der autonome Antrieb weltweit auf dem Weg sein, Normalität zu werden.

Wir im Landkreis können die Entwicklung nicht aufhalten, indem wir uns ihr versperren. Wir können aber die Entwicklung des Landkreises vorantreiben, indem wir Vorreiter sind. Mit dem Umweltcampus Neubrücke sind wir der richtige Standort in Rheinland-Pfalz, die mobile Zukunft für unser Land mit zu entwickeln. Davon bin ich überzeugt und dafür werde ich kämpfen.

Natürlich hängen wir am finanziellen Tropf des Landes und ich will keine leeren Versprechungen abgeben, dass wir innerhalb von wenigen Jahren alle Felder abgearbeitet haben können. Die Landesregierung wird aber einlenken müssen, wenn wir als Bevölkerung zusammenhalten und beweisen, dass wir die Zukunftsregion in Rheinland-Pfalz sind.