Moderne Verwaltung als Dienstleister

Ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einem erfolgreichen Landkreis ist die Verwaltung selbst. Ich lege einen hohen Stellenwert auf ein qualifiziertes und motiviertes Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiter-Team. Eine Führung und Zusammenarbeit auf Augenhöhe, geprägt vom Teamgedanken, gegenseitigem Respekt und Anerkennung ist der Grundstein. Von den Mitarbeitern erwarte ich Mut zu Initiative und Ideen, weg von Bürokratismus im gesamten Spektrum von Gesetzen und Verordnungen. Bürokratie muss abgebaut werden, wo immer es machbar ist! Ich werde den Dialog und gegenseitiges infrage stellen von bisherigen Vorgehensweisen auf allen Ebenen fördern, bei gleichzeitiger Neuausrichtung wo es nötig, sinnvoll und umsetzbar ist. Konsequent müssen wir Schwachstellen beheben und besser werden. Zeitabläufe in Genehmigungsverfahren müssen einer ständigen Kontrolle und Überwachung unterliegen.

Eine enge Abstimmung und partnerschaftliche Kooperation mit Verbands- und Ortsgemeinden und der Stadt Idar-Oberstein sind dabei selbstverständlich. Wir haben eine Vielzahl guter und engagierter Köpfe in allen unseren Verwaltungsebenen. Damit Bestleistungen für die Entwicklung unseres Kreises erbracht werden können, müssen die Führungsverantwortlichen die entsprechende Arbeitsumgebung schaffen.

Wir brauchen darüber hinaus ein kreisweites Zuschuss-Management, um mögliche Zuschüsse aus Land, Bund und Europa konsequent zu erfassen und sinnvoll auszuschöpfen.

Gute Arbeitgeber & gute Arbeitsplätze

Um gute Arbeitgeber in den Landkreis zu bekommen, müssen wir zunächst die Infrastruktur schaffen. Mindestanforderungen der digitalen Zukunft wie schnelles Internet und flächendeckende LTE-Versorgung über den gesamten Landkreis hat Priorität. Keines der Dörfer soll mehr technisch von der Außenwelt abgeschnitten sein und in jeder der Ortsgemeinden soll es theoretisch möglich sein, ein weltweit arbeitendes IT-Unternehmen anzusiedeln. Das Straßennetz sowie der ÖPNV müssen ebenfalls entsprechend unserer Ziele angepasst werden und haben die gleiche Prioritätsstufe.

Gute Arbeitgeber müssen unseren Landkreis bevölkern – und das nicht, weil wir für ein niedriges Lohnniveau bekannt sind. Wir haben noch Entwicklungsmöglichkeiten bei Gewerbegebieten in der Nähe der Autobahn, günstige Grundstückspreise, Potential für Neubaugebiete in den Dörfern und die Lebensqualität ist Top. Bei der Entwicklung von Gewerbegebieten muss der Kreis, wie in anderen Regionen, federführend aktiv werden.

Mit dem Umweltcampus Birkenfeld können wir nicht nur qualifiziertes Knowhow auf Basis neuester Forschung aus den verschiedensten Bereichen anbieten, die Fachkräfte der Zukunft sind bereits vor Ort. In enger Zusammenarbeit mit IHK und HWK will ich einen passenden Unternehmensmix, in alle Regionen unseres Kreises holen und eine starke Vernetzung untereinander erreichen. Mit den guten Arbeitsplätzen steigen auch die Bevölkerungszahl, das Lohnniveau und die Wertschöpfung und unser Kreis wird es im Ranking der Landkreise in Rheinland-Pfalz vom traditionell letzten ins erste Drittel schaffen.


Tourismus

Besonders wichtig ist, dass wir in der künftigen touristischen Arbeit einen stärkeren Fokus auf die Gastgeber richten. Sie sind das Herzstück der touristischen Zukunft unserer Region. Gäste wollen gut schlafen, gut essen und trinken – an jedem Wochentag, auch montags nachmittags.

Wir müssen die gastgebenden Betriebe bei allen Fragen, Betriebserweiterungen, Nachfolgeregelungen, etc. unterstützen, bürokratische Hürden so weit als möglich abbauen und konsequent auf Qualität zu setzen. Die gastgebenden Betriebe sind entscheidend, wenn es darum geht, ob sich Gäste bei uns wohlfühlen, die Region weiterempfehlen und wiederkommen. Eine gut funktionierende, gesunde Hotellerie und Gastronomie trägt deutlich zur Lebensqualität in allen Gemeinden bei. Auch daher ist es mir so wichtig, hier zu stützen, zu fordern und zu fördern.

Organisatorisch halte ich es für wichtig, dass wir uns gemeinsam mit unseren Nachbarn in Thalfang, Morbach, Hermeskeil, aber auch im angrenzenden Saarland, als eine Einheit „Nationalparkregion Hunsrück-Hochwald“ finden und so auch intensiv zusammen arbeiten. Die Tourist-Informationen im Kreis sollten hierzu noch enger als bisher zusammenarbeiten, möglicherweise alle in einer großen kreisweiten oder sogar nationalparkregionsweiten Tourist-Information. Damit hätten wir eine schlagkräftige Truppe, könnten Personal und Finanzen besser bündeln und gezielter einsetzen als bisher und gemeinsam unsere Region nach vorn bringen.

Mit dem Nationalpark haben wir die Riesenchance erhalten, viel mehr bundesweite Aufmerksamkeit auf unsere Region zu lenken als bisher. Im Tourismus bietet sich uns mit dem Nationalpark die Chance, im Bereich Naturtourismus neue Wege zu gehen uns künftig auch als Premium-Naturregion auch von einem großen Gästekreis wahrgenommen zu werden. Für unsere Betriebe stellt dies eine Chance dar, sich in eine moderne, zukunftsfähige Richtung zu entwickeln und so mittel- und langfristig gesund am Markt bestehen zu können. Neue, standortgebundene und nahezu konjunkturunabhängige Arbeitsplätze können so entstehen.

Dazu gehört auch, dass seitens des Landes mehr Mittel für die Arbeit des Nationalparkamtes bereitgestellt werden müssen, aber auch zugehörige Themen wie ein vernünftiger ÖPNV-Ausbau zügig vorangetrieben werden. Hier werde ich mich vehement beim Land dafür einsetzen, dass die Versprechungen, die seitens der Landesregierung im Vorfeld der Nationalparkgründung gemacht wurden, auch eingehalten werden. Wir können eine Musterregion für Umwelt- und Naturthemen werden, dies bedarf neben eigener Anstrengungen aber auch der Unterstützung von Land, Bund und EU.

Ich möchte als Aufsichtsrat und Gesellschafter der Naheland-Touristik dazu beitragen, dass die unselige Diskussion um die touristische Ausrichtung nicht noch um weitere Jahre verzögert wird. Der Kreis blockiert zurzeit die eigentliche touristische Arbeit.