Eine einfache Antwort bzw. ein eindeutiges „Schwarz“ oder „Weiß“ gibt es zu diesem Fragenkomplex leider nicht. Ich vertrete die Meinung, dass jeder Mensch in unserer Solidargemeinschaft ein Recht auf gleiche Grundbedingungen, gleiche Grundrechte und -pflichten haben muss. Soviel zu Theorie. Nun meine Gegenfragen mit noch zahlreichen Erweiterungsmöglichkeiten:

Was ist mit dem 55-jährigen Arbeitnehmer, der nach zahlreichen Jahren an Arbeit und Einzahlungen in das Solidarsystem unverschuldet arbeitslos wird und keine Anstellung mehr findet?

Wie geht man mit der alleinerziehenden Mutter um, die noch nicht die Gelegenheit hatte, Sozialabgaben zu erbringen?

Was ist mit dem Rebellen, der sich dem Arbeitsmarkt bewusst verweigert und das Sozialsystem ausnutzt?

Ist es gerecht, wenn wir alle ungeachtet der Vorgeschichte gleichbehandeln und pauschal sagen, das ALG II muss angehoben werden und Sanktionen sollen abgeschafft werden?

Ist es gerecht, dass Menschen eine Vollzeitarbeit ausführen und dann noch mit ALG II aufstocken müssen?

Ich bin der Meinung, es bedarf einer dringenden grundlegenden Reform dieses Themenkomplexes, um Gerechtigkeit zumindest annähernd zu erreichen.